schnuggl´s homepage

 

Liebesgeschichte mit Pannen

Ein junger Mann, hübsch anzusehen,

sah plötzlich, beim Vorübergehen,

ein Mädchen, nein, vielmehr ein Wesen,

vorbei war’s mit dem Zeitung lesen,

gebannt sah er sie lange an,

und da vergaß der junge Mann,

daß er dort saß bei Kerzenlicht,

und deshalb sah er dann auch nicht,

daß seine Zeitung kurzerhand,

schon lichterloh war angebrannt.

So tut er nicht nur seine Nerven,

sondern auch die Zeitung werfen,

doch nicht zu Boden, wie man sollte,

kann sein, daß er’s vielleicht so wollte,

doch angespannt, wie Pfeil und Bogen,

kam das „heiße Blatt" geflogen,

direkt auf den Kellner zu,

und der dabei besondere Clou,

war, daß dieser liebe Mann,

paar Schnäpschen zu servieren begann.

Am Nachbarstisch paar feine Pinkel,

sahen nur noch kurz im Augenwinkel,

wie Schnaps und Feuer kollidierten,

und dann den Kellner fast flambierten.

Dieser schnell an Reaktion,

lief zuerst mal schnell davon,

sieht plötzlich das Aquarium

und fackelt auch nicht lange um.

Kopfüber stürzt er sich ins Becken,

worauf die Fische sich erschrecken,

das Wasser spritzt durch das Lokal,

was an und für sich schon fatal,

doch nicht genug, am Nachbarstisch,

landet „Joe", der Tintenfisch.

Und der, natürlich nicht zu knapp,

schießt seine ganze Tinte ab.

Das freut natürlich keinen dort,

besonders nicht an diesem Ort,

denn blöd, wie es halt grade war,

saß dort, in weiß, ein Hochzeitspaar.

Der junge Mann, zu Stein erstarrt,

noch immer fassungslos verharrt,

dann endlich kommt er in Bewegung,

seine erste Überlegung:

cool und sachlich alles checken,

den Tintenfisch zurück ins Becken,

den Kellner aus dem Wasser ziehen

und dann das Brautpaar noch beknien.

Klingt gut, doch angesichts der Not,

wär ich doch lieber schnell kurz tot.

Doch der Alptraum, der geht weiter,

denn da war noch eine Leiter,

die angelehnt an eine Wand,

ihm irgendwie ihm Wege stand.

Na ja, das Chaos war perfekt,

das hat der junge Mann gecheckt,

doch so richtig aus der Ruh,

bringt ihn das Mädel, das schaut zu.

In Panik stürzt er aus dem Raum,

„nur weg von diesem schlimmen Traum",

und bleibt dabei, das war die Kür,

hängen bei der Eingangstür.

Erbarmungslos hängt er jetzt fest,

das gibt dem Jüngling noch den Rest.

Adieu du schönes Leben, Ciao,

und ciao du wunderschöne Frau,

ich werde nie mehr glücklich sein,

ohne Liebe, ganz allein.

Am Boden kniend, nah den Tränen,

das braucht man wohl nicht zu erwähnen,

spürt er plötzlich eine Hand,

kommt er nun ganz um den Verstand ?

Er sieht sich um und glaubt es kaum,

dies ist jetzt wohl ein neuer Traum,

denn was er sieht, kann wahr nicht sein,

bestimmt nicht, oder ? aber nein !

Zwei Augen, wunderschön und blau,

von dieser wunderschönen Frau,

die sehen ihn liebkosend an,

unseren leidend jungen Mann.

Und während sie sich zu ihm setzt,

fragt sie ihn sanft: „Bist du verletzt ?",

Noch leicht verwirrt und um sich sehend,

sieht er sich ganz wo anders stehend.

„Seltsam, wo sind alle hin ?

Wie kommt’s, daß ich hier draußen bin ?"

Er ist verwirrt und doch entzückt,

daß ihn dies Wesen nun beglückt.

„Du hast dich nach mir umgedreht,

und da war’s leider schon zu spät.

Ich hab gewunken, du gelacht,

und dann hat es auch schon gekracht."

„Spürst du am Kopf nicht diese Beule ?

die hast du von dieser Keule.

Du bist mitten rein gerannt,

in den Jongleur, der g‘rad hier stand."

Jetzt plötzlich war ihm alles klar,

oh wie schön, wie wunderbar,

und hat er auch ein wenig Schmerzen,

freut er sich doch von ganzem Herzen.

„Darf ich den Arm kurz um dich legen,

ich kann mich noch nicht ganz bewegen ?"

Sie weiß zwar, daß das nicht ganz stimmt,

doch daß sie ihm’s nicht übel nimmt,

ist wohl das klarste auf der Welt,

daß er ihr nämlich auch gefällt.

Oft wohl treibt die wahre Liebe,

auf seltene Arten ihre Triebe.

Wuffi/2001

 

home schnuggl mini gedichte & geschichten dies & das gästebuch